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Pizza-Stile · 14 Min Lesedauer

New York Style Pizza: das Rezept für den Backofen

Große, dünne Scheiben zum Falten, gebacken bei 280 Grad im ganz normalen Haushaltsofen. Hier ist der Teig mit Gramm statt Gefühl, der Zeitplan für ein Wochenende und die Stelle, an der es bei mir zweimal schiefgegangen ist.

Daniel

Daniel — Seit 5 Jahren Pizza aus dem Backofen, mit Backstahl statt Kuppelofen.

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New York Style Pizza mit 32 Zentimetern auf dem Backstahl, in sechs Stücke geschnitten
Hinweis: Abbildungen in diesem Beitrag teils KI generiert

Meine erste New York Style Pizza war ein Fladen mit 24 Zentimetern Durchmesser, der in der Mitte durchhing wie ein nasses Handtuch. Ich hatte alles gemacht wie beim neapolitanischen Teig, nur größer gedacht. Das Ergebnis lag lauwarm auf dem Blech, und mein Sohn fragte, ob das jetzt eine Pizza sei oder ein Pfannkuchen.

Der Unterschied liegt nicht in der Technik. Er liegt im Mehl, in zwei Zutaten, die im neapolitanischen Teig nichts verloren haben, und in einer Temperatur, die dein Backofen tatsächlich schafft. New York Style ist der einzige große Pizzastil, der zuhause nicht nach Kompromiss schmeckt. Neapolitanisch im Haushaltsofen bleibt eine Annäherung. New York Style wird richtig gut.

01 · Was New York Style Pizza ausmacht

New York Style ist die Pizza, die du in Scheiben über den Tresen bekommst. Groß, dünn, mit einem Rand, der schmal bleibt und nicht aufgeht wie ein Rettungsring. Der Boden ist knusprig genug, dass er beim Anheben nicht sofort kollabiert, aber weich genug, dass du ihn falten kannst.

  • Durchmesser 45 Zentimeter im Original, geschnitten in sechs oder acht breite Stücke
  • Boden dünn und biegsam, nicht kross wie römische Pizza, nicht weich wie neapolitanische
  • Rand niedrig, meist unter einem Zentimeter, ohne großen Cornicione
  • Belag reichhaltiger als neapolitanisch, der Käse deckt bis fast an den Rand
  • Backzeit 6 bis 9 Minuten bei 250 bis 300 Grad

Der Stil kam mit italienischen Einwanderern nach New York und hat sich dort an das angepasst, was verfügbar war: amerikanisches High-Gluten-Mehl statt weichem italienischem Weizen, Gasöfen statt Holz, und Portionen für Leute, die im Gehen essen.

02 · Warum sie im Haushaltsofen funktioniert und neapolitanisch nicht

Neapolitanische Pizza braucht 450 bis 485 Grad und ist in 60 bis 90 Sekunden fertig. Dein Backofen macht 250, gute Modelle 300. Was in Neapel in anderthalb Minuten passiert, dauert bei dir sechs. In diesen sechs Minuten trocknet der Teig aus, statt zu explodieren. Deshalb schmeckt der Nachbau zuhause immer ein bisschen nach Brötchen.

New York Style ist genau für diesen Bereich gebaut. 250 bis 300 Grad sind nicht der Kompromiss, sondern die richtige Temperatur. Die längere Backzeit ist Teil des Rezepts, weil sie dem Käse Zeit gibt zu schmelzen und dem Boden Zeit, unten fest zu werden.

Das ist der Grund, warum ich diesen Stil Einsteigern empfehle, die keinen Pizzaofen haben und auch keinen wollen. Du brauchst kein neues Gerät, sondern Hitze von unten, und die kommt aus einem Backstahl. Wo genau die Unterschiede zwischen den Stilen liegen, habe ich bei der neapolitanischen Pizza in einer Tabelle gegenübergestellt.

03 · Die Größenfrage: 45 Zentimeter gibt dein Ofen nicht her

Jetzt der Teil, den die meisten Rezepte auslassen.

Eine echte New Yorker Pizza hat 45 Zentimeter Durchmesser. Dein Backofen hat innen etwa 40 Zentimeter Breite, ein Backstahl misst 38 mal 33 Zentimeter, dein Backblech ist auch nicht größer. Die Originalgröße passt nicht hinein. Nicht mit Tricks, nicht mit schrägem Einschieben, gar nicht.

Was du bekommst, sind 32 Zentimeter. Das ist kein Verlust, sondern die passende Skalierung: gleicher Teig, gleiche Dicke, gleiche Führung, nur kleiner. Statt acht Riesenstücken schneidest du sechs, die immer noch breiter sind als bei jeder anderen Pizza, die du zuhause machst.

Wer die Originalgröße will, braucht einen Ofen mit mindestens 50 Zentimetern Innenbreite. Das ist Gastrobereich. Für die Familie am Freitagabend sind 32 Zentimeter genau richtig, weil zwei davon vier Leute satt machen.

Ich sage das so deutlich, weil ich beim ersten Versuch versucht habe, 40 Zentimeter zu erzwingen. Das Ergebnis hing über den Stahl, der überstehende Rand blieb roh, und beim Herausziehen ist die halbe Pizza auf dem Ofenboden gelandet.

04 · Das Mehl: warum New York Style ein stärkeres Klebergerüst braucht

Neapolitanischer Teig lebt von weichem Mehl. Ein W-Wert um 280 ist dort die richtige Wahl, weil der Teig nur kurz steht und dann schnell verbacken wird.

New York Style will das Gegenteil. Der Teig steht ein bis zwei Tage im Kühlschrank, wird sehr dünn ausgezogen und muss beim Belegen einen ordentlichen Batzen Käse tragen, ohne in der Mitte durchzuhängen. Dafür braucht er ein Klebergerüst, das hält.

In New Yorker Pizzerien steht dafür High-Gluten-Mehl mit rund 14 Prozent Protein im Regal. Das deutsche Gegenstück ist Manitoba-Mehl, ein Weizen mit hohem Kleberanteil, den italienische Bäcker traditionell für Panettone verwenden. Beim Pizzateig macht er genau das, was wir brauchen: er hält lange Gare aus und gibt dem dünnen Boden Struktur.

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New Yorker Pizzerien backen mit High-Gluten-Mehl um 14 Prozent Protein. Das Manitoba Tipo 0 der Stadtmühle Waldenbuch liegt genau dort und übersteht 24 bis 48 Stunden Kühlschrankgare, ohne dass der Teig anfängt zu reißen. W 390 ist allerdings kräftig. Nimm die Ballen zwei Stunden vor dem Formen aus der Kälte, sonst zieht sich der Teig beim Ausziehen zurück.

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Zwei Dinge, die du beim Manitoba wissen solltest:

Es zieht sich zurück. Bei W 390 ist der Kleber so stark, dass der Teigling beim Ausziehen zurückfedert. Die Lösung steht in Abschnitt 07: zwei Stunden Akklimatisierung bei Raumtemperatur, dann geht es von selbst.

Es nimmt mehr Wasser auf. Wenn du sonst mit 65 Prozent Hydration arbeitest und jetzt auf 62 gehst, wirkt der Teig trotzdem nicht trocken. Das ist normal und kein Zeichen für zu wenig Wasser.

Wenn dir purer Manitoba zu störrisch ist, misch 70 Prozent Manitoba mit 30 Prozent Tipo 00. Der Teig wird geschmeidiger und verliert nur wenig Standfestigkeit. Mehr zu W-Werten und Mehlsorten steht im Pizzamehl-Guide.

05 · Das Rezept: Teig für zwei Pizzen à 32 Zentimeter

Für 2 Pizzen, je etwa 350 Gramm Teig

ZutatMengeBäckerprozent
Manitoba Mehl Tipo 0420 g100 %
Wasser, kalt260 g62 %
Salz8 g2 %
Olivenöl10 g2,5 %
Zucker6 g1,5 %
Trockenhefe1,5 g0,35 %

Das ergibt rund 705 Gramm Teig, also zwei Ballen à 352 Gramm. Dazu kommen für den Belag 250 g Passata und 250 g Low-Moisture-Mozzarella.

  1. Trockenes mischen. Mehl, Salz, Zucker und Trockenhefe in eine Schüssel geben und einmal durchrühren. Salz und Hefe dürfen sich hier berühren, in dieser Menge passiert nichts.
  2. Wasser zugeben. Das kalte Wasser dazuschütten und mit einem Löffel grob zusammenrühren, bis kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist. Der Teig sieht jetzt hässlich aus. Das ist richtig so.
  3. 20 Minuten stehen lassen. Abgedeckt ruhen lassen. In dieser Zeit quillt das Mehl, und du sparst dir die Hälfte der Knetarbeit.
  4. Öl einarbeiten und kneten. Das Olivenöl dazugeben und 8 bis 10 Minuten von Hand kneten, in der Maschine 6 bis 8 Minuten auf niedriger Stufe. Der Teig ist fertig, wenn er sich glatt anfühlt und beim Auseinanderziehen nicht sofort reißt.
  5. 45 Minuten Stockgare. Abgedeckt bei Raumtemperatur stehen lassen. Der Teig soll noch nicht groß aufgehen, er soll nur entspannen.
  6. Ballen formen. Den Teig halbieren, jede Hälfte zu einer straffen Kugel formen und mit Abstand in eine Teigbox legen. Ohne Box tun es zwei geölte Schüsseln mit Deckel.
  7. 24 bis 48 Stunden in den Kühlschrank. Hier passiert der Geschmack. Details dazu in Abschnitt 07.
  8. Zwei Stunden vorher rausnehmen. Die Ballen bei Raumtemperatur akklimatisieren lassen, während der Backstahl vorheizt.
Pizzateig für New York Style Pizza wird von Hand ausgezogen, Rand bleibt stehen

Formen: Den Ballen auf bemehlte Arbeitsfläche legen. Mit den Fingerspitzen von der Mitte nach außen drücken und dabei etwa einen Zentimeter am Rand frei lassen. Dann die Scheibe auf beide Handrücken legen und durch Drehen weiterziehen, bis sie 32 Zentimeter misst. Die Mitte darf so dünn werden, dass du Licht durchsiehst.

Ausrollen mit dem Nudelholz geht auch, kostet aber den Rand. Wenn dir das egal ist, mach es. Ich sage es nur dazu.

06 · Öl und Zucker: die zwei Zutaten, die im neapolitanischen Teig fehlen

Ein neapolitanischer Teig besteht aus Mehl, Wasser, Salz und Hefe. Fertig. Wer dort Öl hineingibt, macht etwas anderes.

New York Style hat beides drin, und zwar aus gutem Grund.

Olivenöl macht den Boden geschmeidig. Es legt sich zwischen die Glutenstränge und sorgt dafür, dass die Scheibe biegsam bleibt, statt beim Falten zu brechen. Ohne Öl bekommst du einen Cracker. 2,5 Prozent reichen, mehr macht den Teig fettig.

Zucker sorgt für Farbe. Bei 280 Grad und sechs Minuten Backzeit bräunt ein Teig ohne Zucker kaum, er bleibt blass und sieht ungebacken aus, obwohl er durch ist. Der Zucker gibt der Maillard-Reaktion etwas zum Arbeiten. Nebenbei füttert er die Hefe während der langen Kühlschrankgare. 1,5 Prozent schmeckt man nicht heraus.

Wenn du beides weglässt, bekommst du einen dünnen neapolitanischen Teig, der bei 280 Grad zu lange braucht. Das ist der häufigste Grund, warum selbstgemachte New York Style Pizza enttäuscht.

07 · Kalte Gare: 24 bis 48 Stunden im Kühlschrank

Der Teig geht in den Kühlschrank, weil dort zwei Dinge gleichzeitig passieren: die Hefe arbeitet langsam weiter, und die Enzyme bauen Stärke zu Zucker ab. Das erste macht den Teig locker, das zweite macht ihn schmackhaft.

  • 24 Stunden sind das Minimum und liefern ein gutes Ergebnis.
  • 36 bis 48 Stunden sind der Bereich, in dem es deutlich besser wird.
  • Über 72 Stunden wird es auch mit Manitoba wacklig, der Teig wird klebrig und verliert Spannung.
Vier Teigballen für New York Style Pizza nach 24 Stunden Kühlschrankgare in der Teigbox

Die Ballen sollen nach der Gare gewölbt aussehen und beim Antippen leicht nachgeben. Wenn sie flach zusammengelaufen sind, war entweder zu viel Hefe im Spiel oder der Kühlschrank zu warm. Sieben Grad sind gut, zehn sind schon grenzwertig.

Der Akklimatisierungs-Schritt ist bei Manitoba nicht optional. Ein kalter Ballen mit W 390 lässt sich nicht ausziehen, er springt jedes Mal zurück. Zwei Stunden bei Raumtemperatur, im Sommer reicht eine. Du merkst es daran, dass der Ballen sich weich anfühlt und beim Eindrücken die Delle behält.

08 · Die Sauce: leicht eingekocht statt roh

Auf neapolitanischer Pizza kommt die Tomate roh auf den Teig, weil sie im Ofen nur 90 Sekunden hat und das fruchtige Aroma erhalten bleiben soll.

Bei sechs bis neun Minuten Backzeit funktioniert das nicht. Rohe Passata gibt in dieser Zeit Wasser ab, das Wasser läuft in den dünnen Boden, und die Mitte wird matschig. Deshalb wird die Sauce für New York Style kurz eingekocht.

Für zwei Pizzen:

  • 250 g Passata oder passierte Dosentomaten
  • 1 TL Olivenöl
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise getrockneter Oregano
  • optional 1 Prise Zucker, wenn die Tomaten säuerlich sind

Alles zusammen 10 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen, bis die Sauce sichtbar dicker ist und ein Löffel eine kurze Spur hinterlässt. Abkühlen lassen, bevor sie auf den Teig kommt.

Aufgetragen wird sparsam: zwei bis drei Esslöffel pro Pizza, mit dem Löffelrücken in Spiralen verteilt, ein Zentimeter Rand bleibt frei. Wer mehr aufträgt, bekommt genau das Problem zurück, das durch das Einkochen gelöst werden sollte.

09 · Der Käse: warum frischer Mozzarella hier scheitert

Frischer Büffelmozzarella liegt in Lake. Diese Lake kommt bei sechs Minuten Backzeit vollständig auf deiner Pizza an. Auf neapolitanischer Pizza ist das kein Problem, weil sie so kurz im Ofen ist und der Rand hoch genug steht. Auf einem dünnen New Yorker Boden entsteht eine Pfütze.

Was du brauchst, ist Low-Moisture-Mozzarella, also Blockware statt Kugel. Im Supermarkt findest du ihn als Pizzakäse am Stück oder als Mozzarella zum Reiben. Er hat weniger Wasser, schmilzt gleichmäßiger und zieht diese Fäden, die zu diesem Stil gehören.

Für zwei Pizzen: 250 g Low-Moisture-Mozzarella, grob gerieben. Wer mag, gibt 20 g geriebenen Pecorino oder Parmesan dazu, das bringt Salz und Tiefe.

  • Selbst reiben. Fertig geriebener Käse ist mit Stärke behandelt, damit er nicht verklumpt. Die Stärke bremst das Schmelzen.
  • Käse zuerst, dann kleine Sauce-Kleckse obendrauf ist die Variante mancher New Yorker Läden. Ich mache es klassisch andersherum, aber wer eine besonders knusprige Mitte will, probiert es aus.

Weitere Käsesorten und was sie auf der Pizza machen, stehen im Käse-Guide.

10 · Backen auf dem Backstahl bei 250 bis 300 Grad

Der Boden entscheidet sich in den ersten 120 Sekunden. In dieser Zeit muss so viel Hitze von unten in den Teig, dass das Wasser darin verdampft und den Boden aufstellt. Passiert das nicht, wird die Pizza von oben fertig, während sie unten noch blass ist.

Ein Pizzastein speichert Hitze, ein Backstahl speichert sie und gibt sie schneller ab. Bei den Temperaturen, die ein Haushaltsofen liefert, ist dieser Unterschied entscheidend.

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Fire World Backstahl – mehr Hitze, mehr Knusper, bessere Pizza

New York Style braucht keine 450 Grad, sondern Hitze von unten in den ersten zwei Minuten. Genau das kann Stahl besser als Stein. Der Fire World Backstahl mit 8 Millimetern speichert die Ofenhitze und schiebt sie beim Einschießen in den Boden. Bei 38 mal 33 Zentimetern passt eine Pizza mit 32 Zentimetern Durchmesser darauf, das ist die realistische Größe für einen Haushaltsofen.

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Bei mir liegt er dauerhaft im Ofen. Vorheizen dauert 45 Minuten, das ist der einzige Nachteil.Jetzt Fire World Backstahl ansehen

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  1. Backstahl auf das mittlere bis obere Drittel legen, nicht ganz nach oben, sonst verbrennt der Käse bevor der Boden fertig ist.
  2. Ofen auf Maximum mit Ober- und Unterhitze. 45 Minuten vorheizen, das ist nicht verhandelbar. Der Stahl braucht diese Zeit, die Ofenanzeige lügt.
  3. Pizza auf dem bemehlten Schieber belegen und zügig einschießen.
  4. 6 bis 8 Minuten backen. Fertig ist sie, wenn der Rand goldbraun ist und der Käse an einzelnen Stellen Farbe bekommt.
  5. Optional die letzte Minute mit Grillfunktion, wenn der Käse zu blass bleibt.
New York Style Pizza backt auf dem Backstahl im Haushaltsofen bei 280 Grad

Umluft oder Ober- und Unterhitze? Ober- und Unterhitze, wenn dein Ofen damit auf 280 oder 300 kommt. Umluft nur, wenn Ober- und Unterhitze bei 250 endet, dann bringt der Ventilator mehr Hitze an die Oberfläche. Der Boden wird damit allerdings etwas trockener.

Direkt nach dem Backen die Pizza auf ein Gitter ziehen, nicht auf ein Brett. Auf dem Brett kondensiert Wasser, und der knusprige Boden, für den du 45 Minuten vorgeheizt hast, wird in zwei Minuten weich.

11 · The Fold: warum die Scheibe gefaltet wird

Das ist keine Marotte, das ist Statik.

Ein Stück New York Style Pizza ist bis zu 20 Zentimeter lang und in der Mitte dünn. Hältst du es waagerecht am Rand, kippt die Spitze nach unten und der Belag rutscht. Faltest du das Stück der Länge nach leicht zusammen, entsteht ein Profil wie bei einem Stahlträger. Die Spitze bleibt oben, das Öl sammelt sich in der Rinne statt auf dem T-Shirt.

Gefaltete Scheibe New York Style Pizza in der Hand, The Fold

Der Fold ist gleichzeitig ein Qualitätstest. Bricht der Boden beim Falten, war zu wenig Öl im Teig oder er ist zu lange im Ofen gewesen. Klappt er zusammen wie nasses Papier, war der Boden zu dick belegt oder die Sauce zu nass. Richtig ist es, wenn er sich faltet und dabei knackt, ohne durchzubrechen.

12 · Die häufigsten Fehler

Der Teig springt beim Formen zurück. Er war zu kalt. Zwei Stunden akklimatisieren, dann noch einmal versuchen. Mit Kraft geht es nicht, du reißt nur das Glutennetz.

Die Mitte ist matschig. Zu viel Sauce, zu nasser Käse oder beides. Sauce einkochen, Low-Moisture-Mozzarella nehmen, sparsamer belegen.

Der Boden bleibt blass. Zu kurz vorgeheizt. 45 Minuten sind das Minimum für einen 8-Millimeter-Stahl, egal was die Ofenanzeige sagt.

Die Pizza klebt am Schieber. Zu lange belegt. Belege in unter zwei Minuten und ruckel den Schieber zwischendurch einmal an, dann weißt du, dass sie noch gleitet. Grieß auf dem Schieber hilft mehr als Mehl.

Alles sieht gut aus, schmeckt aber nach nichts. Zu kurze Gare. Unter 24 Stunden entsteht der Geschmack nicht, den dieser Stil braucht.

Der Rand ist hoch und luftig. Dann hast du eine neapolitanische Pizza gebacken. Beim Formen weniger Rand stehen lassen und den Teig flacher ausziehen.

13 · New York, neapolitanisch, Detroit: wann welche

MerkmalNew York StyleNeapolitanischDetroit Style
Bodendünn, biegsamdünn, weich, feuchtdick, luftig
Randniedrig, unter 1 cmhoch, luftigKäsekante
Hydration60 bis 63 %60 bis 65 %70 bis 75 %
Temperatur250 bis 300 °C450 bis 485 °C260 bis 280 °C
Backzeit6 bis 8 Min60 bis 90 Sek12 bis 15 Min
GerätBackstahl im BackofenPizzaofenrechteckige Pfanne

Kurzfassung: Wenn du einen Pizzaofen hast, back neapolitanisch. Wenn du keinen hast und keinen willst, ist New York Style der Stil mit dem besten Verhältnis aus Aufwand und Ergebnis. Und wenn du gar nichts formen magst, nimm Detroit Style, da drückst du den Teig einfach in eine Form.

Wer es noch dicker mag, findet bei der Chicago Style Pizza das andere Extrem.

14 · Fazit

New York Style Pizza ist der Stil, bei dem der Haushaltsofen kein Nachteil ist. Du brauchst kein Gerät für 500 Euro, sondern einen Backstahl, ein Mehl mit genug Protein und zwei Tage Vorlauf im Kühlschrank.

Die drei Punkte, an denen es steht und fällt: Manitoba oder ein anderes Mehl um 14 Prozent Protein, Öl und Zucker im Teig, und 45 Minuten Vorheizen, bevor die erste Pizza in den Ofen geht.

Und plan mit 32 Zentimetern statt 45. Deine Küche ist nicht Brooklyn, und das ist völlig in Ordnung.

Ein letzter Tipp für den ersten Versuch: Nimm dir die zwei Stunden Akklimatisierung wirklich. Das ist die Stelle, an der die meisten ungeduldig werden, und danach kämpfen sie mit einem Teig, der sich nicht ausziehen lässt.

Du willst eine andere Größe backen? Rechne dir die Teigmenge mit meinem Teigrechner aus, dann passt sie genau.

15 · Häufige Fragen zur New York Style Pizza

Was ist New York Style Pizza?
New York Style Pizza ist eine große, dünne Pizza mit niedrigem Rand, die in breite Stücke geschnitten und beim Essen der Länge nach gefaltet wird. Der Boden ist knusprig genug zum Anheben und biegsam genug zum Falten. Sie wird bei 250 bis 300 Grad in 6 bis 9 Minuten gebacken.

Warum schmeckt Pizza in New York anders?
Der wichtigste Grund ist das Mehl. New Yorker Pizzerien backen mit High-Gluten-Mehl um 14 Prozent Protein, deutsche Standardmehle liegen bei 10 bis 12 Prozent. Dem Leitungswasser wird oft eine Rolle zugeschrieben, der messbare Einfluss ist aber klein gegenüber Mehl, Gare und Ofen.

Welches Mehl brauche ich für New York Style Pizza?
Ein Mehl mit rund 14 Prozent Protein, in Deutschland am ehesten Manitoba Tipo 0. Es hält die 24 bis 48 Stunden Kühlschrankgare aus und trägt den dünnen Boden. Wer es geschmeidiger mag, mischt 70 Prozent Manitoba mit 30 Prozent Tipo 00.

Bei welcher Temperatur backe ich New York Style Pizza?
Bei 250 bis 300 Grad, also am oberen Ende dessen, was ein Haushaltsofen schafft. Die Backzeit liegt dann bei 6 bis 8 Minuten. Höhere Temperaturen wie bei neapolitanischer Pizza sind für diesen Stil nicht nötig.

Was ist der Unterschied zwischen New York Style und neapolitanischer Pizza?
Neapolitanische Pizza hat einen hohen, luftigen Rand, einen weichen Boden und wird bei 450 bis 485 Grad in 60 bis 90 Sekunden gebacken. New York Style hat einen niedrigen Rand, einen biegsamen Boden, enthält Öl und Zucker im Teig und wird bei 250 bis 300 Grad in 6 bis 8 Minuten fertig.

Geht New York Style Pizza auch ohne Backstahl?
Ja, aber der Boden wird weniger knusprig. Ein Pizzastein ist die zweitbeste Lösung, ein umgedrehtes Backblech die dritte. In beiden Fällen mindestens 45 Minuten vorheizen und die Pizza auf die obere Hälfte des Ofens setzen.

Warum kommen Öl und Zucker in den Teig?
Das Olivenöl macht den Boden biegsam, damit die Scheibe sich falten lässt, ohne zu brechen. Der Zucker sorgt bei 280 Grad für Farbe, weil der Teig sonst blass bleibt, und füttert die Hefe während der langen Kühlschrankgare.

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