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Backwerkzeuge · 17 Min Lesedauer

Pizzaschaufel oder Pizzaschieber: worauf es beim Kauf ankommt

Holz oder Aluminium, gelocht oder glatt, und welche Größe passt eigentlich zu deinem Ofen? Ich habe drei Schieber im Haus und sage dir, welcher bei mir jeden Pizzaabend im Einsatz ist, welcher im Schrank liegt und woran ich das festmache.

Daniel

Daniel — 5 Jahre Pizza zuhause. Pizzastahl, Pizzaschieber, Infrarot-Thermometer — getestet.

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Holzschieber, perforierter Aluschieber und runder Pizzawender nebeneinander auf einer Arbeitsplatte
Hinweis: Abbildungen in diesem Beitrag teils KI generiert

Inhaltsverzeichnis

01 · Die drei Dinge, an denen die Entscheidung hängt

Du suchst einen Pizzaschieber und willst vor allem eines wissen: Welchen soll ich kaufen? Nicht, seit wann Menschen Pizza mit einer Schaufel in den Ofen schieben oder wie das Ding technisch aufgebaut ist. Also sparen wir uns die lange Einleitung.

Auf den ersten Blick ist die Auswahl riesig. Holz, Aluminium, Edelstahl, gelocht, ungelocht, 30 Zentimeter, 40 Zentimeter und gefühlt hundert Hersteller, die alle den perfekten Pizzaschieber erfunden haben wollen. In der Praxis wird es deutlich einfacher. Entscheidend sind für mich genau drei Dinge:

  • Das Material. Davon hängt ab, wie gut du unter die Pizza kommst und wie viel Pflege der Schieber braucht.
  • Die Lochung. Sie bestimmt vor allem, wie viel Semola und Mehl mit in den Ofen wandert.
  • Die Größe. Und genau hier wird meiner Meinung nach am häufigsten falsch gekauft.

Griff, Farbe und Markenlogo kommen danach. Ich gehe die Punkte der Reihe nach durch und sage dir dabei auch, was sich bei mir selbst bewährt hat.

Damit du meine Einschätzung einordnen kannst: Ich backe seit über fünf Jahren zuhause Pizza und dürfte inzwischen einige hundert Stück durch verschiedene Öfen geschoben haben. Bei mir stehen ein Backstahl im normalen Haushaltsbackofen, ein Unold Luigi und ein Ooni Karu 16. Und obwohl diese drei Öfen ziemlich unterschiedlich sind, benutze ich dafür denselben Pizzaschieber. Das verrät schon einiges über das Thema Größe.


02 · Pizzaschieber, Pizzaschaufel oder Pizzaheber?

Bevor wir über Material und Maße reden, räumen wir erst einmal die Begriffe auf. Pizzaschieber, Pizzaschaufel und Pizzaheber bezeichnen im Grunde dasselbe Werkzeug. Also das flache Blatt mit Griff, auf dem du die rohe Pizza zum Ofen transportierst und mit dem du sie später wieder herausholst.

Welcher Begriff verwendet wird, hängt häufig einfach vom Händler ab. Im klassischen Pizzazubehör liest du eher Pizzaschieber oder Pizzaschaufel. Im Grillbereich und im Baumarkt taucht häufiger Pizzaheber auf. Manche Hersteller schreiben sicherheitshalber gleich mehrere Begriffe in den Produkttitel. Du kannst dir die Frage nach dem richtigen Namen deshalb sparen.

Eine wichtige Ausnahme gibt es allerdings: Ein Pizzawender ist etwas anderes. Der hat normalerweise ein kleines, rundes Blatt und wird benutzt, wenn die Pizza bereits im Ofen liegt. Damit wird die Pizza gedreht und nicht vom Küchentisch zum Ofen getragen.

Leider machen es manche Produktbeschreibungen nicht gerade einfacher. Mein eigener Wender wurde beispielsweise bei Amazon sinngemäß gleichzeitig als perforierter Pizzaschieber, runder Pizzawender und Aluminium Pizzaschaufel bezeichnet. Drei Begriffe für ein Werkzeug, obwohl einer davon eigentlich nicht passt. Deshalb mein einfacher Merksatz: Nicht auf den Namen schauen, sondern auf die Form.

  • Ein großes, meist eckiges Blatt ungefähr in Pizzagröße ist zum Einschießen.
  • Ein kleines rundes Blatt mit weniger als etwa 20 Zentimetern Durchmesser ist zum Drehen der Pizza im Ofen.

Mehr musst du dazu eigentlich nicht wissen.


03 · Holz, Aluminium oder Edelstahl?

Hier fällt für mich die wichtigste Entscheidung. Ich habe selbst mit Holz angefangen und später auf einen perforierten Aluminiumschieber gewechselt. Der Holzschieber existiert noch. Er wohnt inzwischen allerdings hauptsächlich im Schrank. Nicht weil er kaputt wäre. Ich greife einfach nicht mehr danach. Dafür gibt es drei Gründe.

Die Vorderkante

Das ist für mich einer der größten Unterschiede. Ein guter Aluminiumschieber läuft vorne sehr dünn aus. Dadurch kannst du unter den Pizzaboden fahren, ohne dass du die halbe Pizza hochschiebst. Bei einem Holzschieber ist diese Kante zwangsläufig dicker.

Vorderkante eines Aluschiebers im Vergleich zur dickeren Kante eines alten Holzschiebers

Und spätestens wenn man versucht, unter einen weichen Teigling zu kommen, merkt man den Unterschied. Mit einer dünnen Metallkante gleitest du darunter. Mit einer dicken Kante schiebst du die Pizza im schlechtesten Fall erst einmal ein Stück über die Arbeitsplatte. Und irgendwann faltet sich der schöne Rand, der Belag rutscht und man verwendet Wörter, die in einem seriösen Pizzaratgeber nichts verloren haben.

Wenn du aus diesem Abschnitt nur einen Punkt mitnimmst, dann diesen: Achte beim Kauf auf die Vorderkante. Nicht einfach nur auf die Aufschrift Aluminium.

Wie leicht löst sich die Pizza?

Auch hier gefällt mir Metall inzwischen besser. Holz nimmt Feuchtigkeit auf. Liegt der Teig einige Minuten auf dem Schieber, kann er anfangen festzukleben. Wer die Pizza innerhalb von zwanzig Sekunden belegt und sofort einschießt, wird davon wahrscheinlich wenig merken. Wer währenddessen noch Käse sucht, ein Kind etwas fragt und nebenbei feststellt, dass die Salami noch im Kühlschrank liegt, schon eher.

Willkommen bei mir zuhause.

Auf meinem gelochten Aluminiumschieber bleibt die Pizza meiner Erfahrung nach länger beweglich. Dazu kommt, dass Semola weniger Fläche hat, auf der sie hängenbleiben kann.

Die Reinigung

Aluminium ist ziemlich unkompliziert. Abspülen, trocknen, fertig. Holz ist empfindlicher. Es sollte nicht lange nass bleiben, nicht irgendwo feucht herumliegen und je nach Material gelegentlich gepflegt werden. Das ist alles kein riesiges Problem. Aber nach einem Pizzaabend liegen ohnehin genug Mehl, Teigreste, Tomatensoße und Käse in der Küche herum. Ich brauche dann nicht unbedingt noch ein Werkzeug, das besondere Aufmerksamkeit möchte.

Und was ist mit Edelstahl?

Edelstahl gibt es natürlich ebenfalls. Ich selbst benutze keinen Edelstahlschieber und kann dir deshalb keinen Langzeittest aus eigener Erfahrung liefern. Der grundsätzliche Unterschied zu Aluminium liegt vor allem im Gewicht. Edelstahl ist bei vergleichbarer Größe schwerer, dafür sehr stabil und weniger empfindlich gegenüber Verformungen. Eine dünne Vorderkante lässt sich auch bei Edelstahl herstellen.

Bei kleineren Schiebern fällt der Gewichtsunterschied nicht dramatisch auf. Bei großen Blättern um 40 Zentimeter merkt man ihn schon deutlicher.

Wann Holz trotzdem Sinn ergibt

Ganz abschreiben würde ich Holz trotzdem nicht. Es hat zwei klare Vorteile.

Alter Pizzaschieber aus Holz mit Schnittspuren, Kerben und dunkler Patina

Holzschieber sind meistens günstiger. Wer vielleicht einmal im Monat Pizza backt und nicht gleich das komplette Hobbyeskalationspaket bestellen möchte, kann damit völlig glücklich werden. Außerdem eignet sich Holz gut zum Servieren. Pizza drauf, schneiden, Brett auf den Tisch. Bei einem heißen Aluminiumschieber ist das weniger charmant. Und Pizza direkt auf Metall zu schneiden klingt ungefähr so angenehm, wie es sich liest.

Bei mir sind die Aufgaben deshalb getrennt. Der Aluminiumschieber bringt die Pizza in den Ofen und wieder heraus. Zum Schneiden und Servieren kommt sie anschließend auf ein Holzbrett.


04 · Gelochter oder glatter Pizzaschieber?

Wenn du Semola oder Grieß unter der Pizza verwendest, würde ich einen gelochten Schieber nehmen. Die Löcher haben nämlich einen ziemlich simplen Zweck: Überschüssige Semola fällt durch.

Perforierte Alufläche eines Pizzaschiebers, Semola fällt durch die Löcher

Und alles, was nicht auf dem Pizzastein landet, kann dort auch nicht verbrennen. Im normalen Backofen bei 250 Grad ist etwas zusätzliches Mehl meist noch kein Weltuntergang. Bei über 400 Grad in einem Pizzaofen sieht die Sache anders aus. Da wird aus Semola ziemlich schnell schwarzer Staub. Und der schmeckt nicht nur bitter, sondern produziert auch gerne Rauch.

Noch etwas ist mir bei meinem perforierten Schieber aufgefallen: Durch die Löcher liegt weniger Metall direkt unter dem Teig. Damit gibt es automatisch auch weniger Fläche, an der der Teig kleben kann. Gerade bei weicheren Teigen finde ich das angenehm.

Natürlich hat die Lochung auch einen kleinen Nachteil. Nach ein paar Pizzen hängen gerne Teigreste oder Mehl in den Öffnungen. Mit einer Bürste ist das schnell erledigt, aber ein komplett glattes Blatt lässt sich noch etwas einfacher reinigen.

Ein glatter Schieber kann außerdem sinnvoller sein, wenn du deine Pizza direkt auf der Schaufel ausziehst und belegst. Auf einem perforierten Blatt kann sich weicher Teig nämlich leicht in die Löcher drücken. Dann wird aus der schön runden Pizza sehr schnell moderne Teigkunst.


05 · Welche Größe sollte ein Pizzaschieber haben?

Das hier hätte ich gerne gewusst, bevor ich meinen ersten gekauft habe. Denn erstaunlich viele orientieren sich zuerst am Ofen. Großer Ofen, großer Schieber. Klingt logisch. Ist aber nicht unbedingt sinnvoll.

Die Blattbreite sollte sich hauptsächlich nach deiner Pizza richten. Die Öffnung des Ofens bestimmt nur, was maximal hineinpasst. Backst du meistens Pizza mit ungefähr 28 Zentimetern Durchmesser, brauchst du keinen 40 Zentimeter breiten Schieber, nur weil dein Ofen das theoretisch zulässt. Für mich passen ungefähr folgende Größen:

Deine übliche PizzagrößeSinnvolle Blattbreite
26 bis 28 cmetwa 28 bis 30 cm
28 bis 32 cmetwa 30 bis 33 cm
deutlich größererst dann größer kaufen

Größer würde ich erst kaufen, wenn du tatsächlich regelmäßig größere Pizzen machst. Es ist übrigens überhaupt kein Problem, wenn der Pizzarand ein kleines Stück über das Blatt hinausragt. Ein viel zu großes Blatt bringt dagegen wenig Vorteile und wird nur sperriger.

Bei mir ist das ziemlich einfach zu sehen. Ich backe auf einem Backstahl im Haushaltsbackofen, im Unold Luigi und im Ooni Karu 16. Temperatur, Bauweise und Größe dieser Öfen unterscheiden sich deutlich. Meine Pizza bleibt aber ungefähr gleich groß.

Deshalb benutze ich überall denselben Schieber. Das Blatt misst bei mir ungefähr 30,5 mal 35,6 Zentimeter und besteht aus gelochtem, hart eloxiertem Aluminium. Auch beim Luigi funktioniert diese Größe problemlos.

Und genau das ist für mich die wichtigste Erkenntnis: Du brauchst normalerweise keine Sammlung verschiedener Pizzaschieber. Wenn du nicht heute Minipizza und morgen Familienpizza mit 45 Zentimetern backst, reicht ein vernünftig dimensionierter Schieber für ziemlich viele Öfen. Mein Schieber ist insgesamt ungefähr 66 Zentimeter lang. Das genügt mir sogar beim Karu 16, obwohl die Flamme dort hinten im Ofen sitzt.

Noch ein Punkt zum Griff: Bei Metall sollte er vernünftig isoliert sein. 400 Grad heißer Pizzaofen und blankes Metall sind keine Kombination, bei der ich gerne auf Erfahrungslernen setze. Wenn du gerade erst anfängst und ohnehin noch Zubehör zusammensuchst, findest du meine komplette Grundausstattung für Pizza Anfänger ebenfalls separat. Dort geht es darum, was du wirklich brauchst und was problemlos später kommen kann.


06 · So rutscht die Pizza vom Schieber

Wenn die Pizza nicht vom Schieber will, liegt das erstaunlich oft gar nicht am Schieber. Vier Dinge haben bei mir den größten Unterschied gemacht.

Semola statt normalem Mehl

Das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt. Grober Hartweizengrieß funktioniert unter der Pizza deutlich besser als normales Mehl. Warum das so ist und worauf du beim Kauf achten solltest, habe ich unter Semola richtig verwenden aufgeschrieben. Die kleinen Körner wirken fast wie winzige Kugeln unter dem Teig. Normales Mehl verbindet sich dagegen schneller mit Feuchtigkeit und klebt.

Nicht ewig auf dem Schieber belegen

Je länger der rohe Teig auf dem Blatt liegt, desto mehr Gelegenheit hat er, festzukleben. Ich bereite deshalb möglichst alles vorher vor. Tomatensoße bereitstellen, Käse schneiden, Belag danebenlegen. Erst dann kommt der Teig auf den Schieber. Zumindest theoretisch. In der Realität sucht natürlich trotzdem irgendjemand genau in diesem Moment die Salami.

Vor dem Einschießen testen

Bevor die Pizza Richtung Ofen geht, bekommt der Schieber von mir einen kurzen Ruck. Vor und zurück. Bewegt sich die Pizza frei, ist alles gut. Bewegt sie sich keinen Millimeter, wird sie sich auch nicht plötzlich über dem 400 Grad heißen Stein eines Besseren besinnen. Dann lieber vorher korrigieren.

Wenn sie schon klebt

Klebt nur eine kleine Stelle, hebe ich den Rand vorsichtig an und schiebe etwas Semola darunter. Dabei kann eine Teigkarte helfen. Wenn dein Pizzateig allerdings schon grundsätzlich an Händen, Tisch und vermutlich bald auch an der Zimmerdecke klebt, ist nicht der Schieber das Hauptproblem. Dafür gibt es meinen separaten Beitrag darüber, was du bei klebrigem Pizzateig tun kannst.


07 · Pizzawender: Das Werkzeug für den heißen Ofen

Der Pizzawender kommt erst ins Spiel, wenn die Pizza bereits backt. Im Englischen heißt das Werkzeug meist Turning Peel. Typisch ist ein kleines rundes Metallblatt an einem relativ langen Griff.

Runder Pizzawender aus Aluminium vor der Öffnung eines Pizzaofens

Damit holst du die Pizza nicht komplett aus dem Ofen. Du hebst sie kurz an und drehst sie. Mein eigener Wender hat ungefähr 17,8 Zentimeter Durchmesser und eine Gesamtlänge von 57,5 Zentimetern. Damit ist er sogar kürzer als mein normaler Pizzaschieber.

Das überrascht zunächst, ergibt aber Sinn. Beim Wender geht es nicht darum, die komplette Pizza zu tragen. Entscheidend ist das kleine Blatt, mit dem du unter die Pizza kommst und sie im Ofen bewegen kannst. Bei meinem Modell kommen ebenfalls hart eloxiertes Aluminium, eine Perforierung und ein rutschfester Griff zum Einsatz. Die dünne Kante ist dabei genauso hilfreich wie beim großen Schieber.

Warum muss man Pizza überhaupt drehen?

Weil Pizzaöfen selten überall exakt gleich heiß sind. Beim Ooni Karu 16 sitzt die Hitze hauptsächlich hinten. Die Rückseite der Pizza bekommt deshalb deutlich mehr Feuer als die Vorderseite. Lässt du sie einfach liegen, ist hinten irgendwann Kohle und vorne noch Mallorca im November.

Deshalb drehe ich die Pizza während des Backens mehrmals ein Stück weiter. So bekommt möglichst der gesamte Rand irgendwann seine Portion Hitze.

Kann ich dafür nicht einfach den großen Schieber benutzen?

Kannst du. Es ist nur umständlicher. Mit dem großen Schieber musst du die Pizza meistens weit herausziehen oder komplett aus dem Ofen holen, drehen und wieder einschieben. Bei Backzeiten um 90 Sekunden ist das ziemlich viel Bewegung für ziemlich wenig Pizza. Mit dem kleinen Wender bleibt die Pizza im Ofen. Anheben, drehen, absetzen. Fertig.

Ab wann lohnt sich ein Pizzawender?

Nicht allein die maximale Temperatur entscheidet. Wichtiger ist, wie schnell die Pizza backt und wie ungleichmäßig die Hitze verteilt ist. Bei mir betrifft das nicht nur den Ooni draußen. Auch im Unold Luigi drehe ich die Pizza, weil die Hitzeverteilung nicht überall identisch ist.

Im normalen Haushaltsbackofen brauche ich den Wender dagegen nicht. Bei ungefähr 250 Grad und deutlich längerer Backzeit kannst du problemlos reagieren und die Pizza bei Bedarf einmal drehen. Auf meinem Backstahl verwende ich deshalb keinen Wender.


08 · Welcher Pizzaschieber passt zu dir?

Du backst gelegentlich im Haushaltsbackofen

Dann reicht ein vernünftiger Metallschieber mit ungefähr 30 Zentimetern Blattbreite völlig aus. Gelocht ist praktisch, wenn du mit Semola arbeitest. Einen Pizzawender brauchst du normalerweise nicht.

Du backst regelmäßig auf Pizzastein oder Backstahl

Hier würde ich einen gelochten Aluminiumschieber zwischen ungefähr 30 und 33 Zentimetern nehmen. Dazu ein isolierter Griff. Genau diese Kombination benutze ich selbst am häufigsten.

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Du besitzt einen richtigen Pizzaofen

Dann brauchst du nicht automatisch einen anderen Transportschieber. Mein normaler Schieber läuft im Haushaltsbackofen, im Luigi und im Karu. Dazukommen kann allerdings ein Pizzawender. Wenn dein Ofen sehr schnell backt und hinten deutlich heißer ist als vorne, wird das kleine Ding ziemlich schnell vom Zubehör zum Standardwerkzeug. Das gilt für den Karu draußen genauso wie für meinen elektrischen Luigi in der Küche.

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Du willst die Pizza auf dem Werkzeug servieren

Dann würde ich keinen Holzschieber extra dafür kaufen. Ein ordentliches Holzbrett macht diesen Job besser und kostet meistens weniger. Darauf kannst du die Pizza schneiden, servieren und direkt auf den Tisch stellen. Der Metallschieber bleibt bei mir das Werkzeug für den Ofen. Das Holzbrett ist fürs Essen zuständig. Diese Trennung funktioniert einfacher und jedes Werkzeug macht genau das, wofür es gedacht ist.

Wenn du noch überlegst, worauf deine Pizza überhaupt backen soll, findest du meinen Vergleich Pizzastein oder Pizzastahl separat. Weitere sinnvolle Werkzeuge habe ich außerdem im Equipment Guide gesammelt.


09 · Vier Fehlkäufe, die du dir sparen kannst

Beim Pizzaschieber kann man erstaunlich wenig falsch machen. Ein paar Klassiker sehe ich aber immer wieder.

Zu groß gekauft

Das passiert wahrscheinlich am häufigsten. Der Ofen ist 40 Zentimeter breit, also wird ein 40 Zentimeter Schieber gekauft. Obwohl die Pizza selbst nur 30 Zentimeter misst. Das Ergebnis: Der Schieber ist schwerer, sperriger, passt schlechter in den Schrank und stößt beim Arbeiten ständig irgendwo an. Mehr Pizza bekommst du dadurch trotzdem nicht drauf.

Wenn deine Pizza meistens ungefähr 30 Zentimeter groß ist, reicht auch ein Schieber in dieser Größenordnung. Groß kaufen nur weil groß hineinpasst, bringt nichts.

Eine dicke Vorderkante

Das ist für mich der wichtigere Punkt. Bei günstigen Metallschiebern lohnt sich ein genauer Blick auf die Vorderkante. Ist das Blatt vorne dick und stumpf, kommst du schlechter unter den Teig. Dann verschwindet genau der Vorteil, wegen dem ich überhaupt Metall benutze.

Leider sieht man das auf Produktfotos nicht immer perfekt. Wenn Seitenansichten vorhanden sind, würde ich sie mir deshalb genauer ansehen. Das Blatt sollte vorne möglichst dünn auslaufen.

Gelochter Schieber und Pizza direkt darauf ausziehen

Das funktioniert nicht besonders gut. Drückst und ziehst du einen weichen Teig direkt auf einem perforierten Blatt auseinander, kann sich der Teig in die Löcher drücken. Dann hängt er dort genau in dem Moment fest, in dem er eigentlich besonders gut rutschen sollte. Ich forme meine Pizza deshalb auf der Arbeitsfläche beziehungsweise auf einer bemehlten Fläche und setze sie erst danach auf den Schieber.

Metallgriff ohne Isolierung

Hier kann man ein paar Euro sparen. Ich würde es nicht tun. Ein Metallblatt steckt regelmäßig vor einem 400 Grad heißen Ofen. Da möchte ich einen Griff, der sich auch tatsächlich wie ein Griff anfassen lässt. Das ist kein spektakuläres Feature. Aber eines von denen, die du spätestens dann vermisst, wenn sie fehlen.


10 · Häufige Fragen zum Pizzaschieber

Was ist besser, Pizzaschieber mit oder ohne Löcher?

Wenn du Semola oder Hartweizengrieß benutzt, würde ich einen gelochten Pizzaschieber nehmen. Überschüssige Semola kann durch die Öffnungen fallen und landet dadurch nicht komplett im Ofen. Das reduziert verbranntes Mehl beziehungsweise verbrannte Semola auf dem Stein. Ein glattes Blatt ist dagegen praktischer, wenn du die Pizza direkt auf dem Schieber formst. Bei einem gelochten Blatt kann sich weicher Teig in die Öffnungen drücken.

Wie groß muss ein Pizzaschieber sein?

Ungefähr so breit wie die Pizza, die du normalerweise backst. Für Pizza zwischen etwa 28 und 32 Zentimetern finde ich ein Blatt mit ungefähr 30 bis 33 Zentimetern sehr passend. Die Ofenöffnung bestimmt nur, wie groß der Schieber maximal sein darf. Sie sollte nicht automatisch bestimmen, wie groß du ihn kaufst.

Was kann man statt eines Pizzaschiebers benutzen?

Für den absoluten Notfall findet man natürlich irgendwelche Lösungen. Die Rückseite eines Backblechs wird gerne genannt. Auch Backpapier funktioniert grundsätzlich. Beides ist für mich aber eher Notlösung als Ersatz. Beim Backblech ist die Kante meistens relativ dick. Backpapier kann außerdem verhindern, dass der Boden direkten Kontakt mit Stein oder Stahl bekommt. Wenn du regelmäßig Pizza backst, gehört ein richtiger Schieber für mich deshalb ziemlich weit nach oben auf die Zubehörliste.

Warum klebt meine Pizza am Pizzaschieber?

Meistens liegt es an einer Mischung aus Feuchtigkeit, Zeit und zu wenig Trennmittel. Wenn die belegte Pizza mehrere Minuten auf dem Schieber liegt, zieht der Boden Feuchtigkeit. Dann klebt sie zunehmend fest. Semola unter dem Teig und zügiges Belegen helfen enorm. Vor dem Einschießen immer einmal kurz rütteln. Wenn sich die Pizza auf dem Schieber bewegt, ist alles gut. Wenn sie festklebt, solltest du das besser vor dem Ofen merken als direkt darüber.

Wie bekommt man die Pizza am besten vom Schieber?

Ich gebe dem Schieber kurz vor dem Einschießen einen kleinen Ruck nach vorne und hinten. Die Pizza sollte dabei frei gleiten. Tut sie das nicht, hebe ich die klebende Stelle vorsichtig an und schiebe etwas Semola darunter. Danach noch einmal testen. Erst wenn die Pizza wirklich beweglich ist, geht sie in den Ofen.

Ist ein Pizzaschieber aus Holz oder Aluminium besser?

Für meinen Einsatz klar Aluminium. Die dünne Vorderkante kommt leichter unter die Pizza, das Blatt lässt sich schnell reinigen und ein gelochter Aluschieber funktioniert mit Semola sehr gut. Holz ist dafür günstiger und eignet sich besser zum Servieren. Deshalb benutze ich inzwischen Metall für den Ofen und Holz für den Tisch.

Was ist der Unterschied zwischen Pizzaschieber und Pizzaheber?

Im normalen Sprachgebrauch keiner. Pizzaschieber, Pizzaschaufel und Pizzaheber werden für dasselbe Werkzeug verwendet. Anders sieht es beim Pizzawender aus. Der ist kleiner, meistens rund und dafür gedacht, die Pizza während des Backens im Ofen zu drehen.

Brauche ich einen Pizzawender?

Im normalen Haushaltsbackofen normalerweise nicht. Bei Pizzaöfen mit kurzen Backzeiten sieht das anders aus. Wenn dein Ofen hinten deutlich stärker heizt als vorne und die Pizza in wenigen Minuten oder sogar deutlich schneller fertig ist, hilft der Wender dabei, sie während des Backens zu drehen. Bei meinem Ooni Karu 16 benutze ich ihn regelmäßig. Auch im Unold Luigi drehe ich die Pizza. Auf dem Backstahl im normalen Ofen dagegen nicht.


11 · Fazit: Welchen Pizzaschieber würde ich kaufen?

Wenn du von mir einfach nur eine konkrete Richtung willst, wäre es diese: Ein gelochter Aluminiumschieber mit ungefähr 30 bis 33 Zentimetern Blattbreite und isoliertem Griff. Damit deckst du schon sehr viel ab. Normaler Haushaltsbackofen, Backstahl, Pizzastein und auch viele richtige Pizzaöfen. Genau deshalb benutze ich meinen Schieber sowohl drinnen als auch draußen.

Mein alter Holzschieber liegt inzwischen meistens im Schrank. Das heißt nicht, dass Holz grundsätzlich schlecht ist. Für mich haben sich einfach die dünnere Vorderkante, das leichtere Ablösen der Pizza und die unkomplizierte Reinigung von Aluminium durchgesetzt.

Beim Pizzawender ist es noch einfacher. Den brauchst du nicht vorsorglich. Wenn du einen Pizzaofen hast, bei dem die Pizza schnell backt und eine Seite deutlich mehr Hitze bekommt als die andere, wirst du ziemlich schnell merken, warum das kleine runde Ding sinnvoll ist. Bis dahin kannst du das Geld auch für Mozzarella ausgeben. Der wird garantiert gebraucht.


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