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Rezepte & Inspiration · 16 Min Lesedauer

Pizzasorten im Überblick: Welche Klassiker gibt es und was kommt drauf?

Margherita, Salami, Tonno oder Quattro Stagioni: Wenn du dir die Speisekarte einer Pizzeria anschaust, begegnen dir meistens dieselben Namen. Was genau auf einer Capricciosa liegt, warum eine Marinara ohne Käse auskommt oder worin sich Quattro Stagioni und Quattro Formaggi unterscheiden, steht allerdings selten dabei. Die Auswahl an klassischen Pizzasorten ist überschaubarer, als manche Speisekarten vermuten lassen. Eine feste Anzahl gibt es nicht, weil jede Pizzeria eigene Kombinationen anbietet. Den Kern bilden ungefähr ein Dutzend Klassiker, die du in Italien genauso findest wie bei uns. Dazu kommen Sorten wie Salami, Tonno oder Hawaii, die aus der deutschen Pizzeria kaum wegzudenken sind.

Daniel

Daniel — backt seit über 5 Jahren zuhause Pizza und hat seine Lieblingssorten längst gefunden

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Sechs Pizzasorten von oben auf einem Holztisch: Margherita, Marinara, Capricciosa, Quattro Stagioni, Funghi und Salami
Hinweis: Abbildungen in diesem Beitrag teils KI generiert

01 · Pizzasorte, Pizzastil oder Pizzaart: Was ist der Unterschied?

Drei Begriffe werden gern durcheinandergeworfen.

Eine Pizzasorte beschreibt in erster Linie den Belag. Eine Margherita besteht beispielsweise aus Tomaten, Mozzarella und Basilikum, während bei einer Quattro Formaggi vier verschiedene Käsesorten auf dem Teig landen. Der Name verrät dir also, was du auf deiner Pizza erwarten kannst.

Der Pizzastil beschreibt dagegen, wie die Pizza gemacht wird. Dazu gehören der Teig, die Form, die Gare und die Art des Backens. Eine neapolitanische Pizza hat beispielsweise einen weichen, luftigen Rand, während die römische Variante dünn und knusprig ist. Eine New York Style Pizza ist wiederum größer und lässt sich typischerweise zusammenfalten.

Der Begriff Pizzaart wird im Alltag für beides verwendet und ist deshalb nicht besonders eindeutig.

Sorte und Stil lassen sich frei miteinander kombinieren. Du kannst eine klassische Margherita bei 450 Grad im Pizzaofen backen, sie auf einem rechteckigen Blech zubereiten oder einen dünnen, knusprigen römischen Boden dafür verwenden. Der Belag bleibt eine Margherita, das Ergebnis fällt jedes Mal anders aus.

Drei Pizzen Margherita in verschiedenen Stilen: neapolitanisch rund, römisch vom Blech und ein großes New-York-Stück

02 · Marinara und Margherita: Die beiden Klassiker aus Neapel

Die Geschichte der Pizza führt nach Neapel. Dort entstanden die beiden Sorten, auf denen ein großer Teil der heutigen Pizzakultur aufbaut: Marinara und Margherita.

Die Europäische Union hat die „Pizza Napoletana“ im Jahr 2010 als garantiert traditionelle Spezialität eingetragen. In der entsprechenden Verordnung werden auch die historischen Wurzeln beschrieben. Demnach entstand die Marinara bereits 1734, während die Ursprünge der Margherita auf die Zeit zwischen 1796 und 1810 zurückgehen.

Pizza Marinara: Tomaten, Knoblauch und kein Käse

Die Marinara ist wahrscheinlich der beste Beweis dafür, dass eine gute Pizza keine lange Zutatenliste braucht. Auf den Teig kommen lediglich Tomaten, Knoblauch, Oregano und Olivenöl. Mozzarella oder anderer Käse gehören ausdrücklich nicht dazu.

Gerade deshalb backe ich sie am liebsten, wenn ich einen neuen Teig oder eine andere Tomatensorte ausprobieren möchte. Hier kann sich nichts hinter einer dicken Käseschicht verstecken. Wenn der Teig nicht stimmt oder die Tomaten wenig Geschmack haben, merkst du es sofort.

Pizza Margherita: Der Klassiker mit den italienischen Farben

Die Margherita ist nur unwesentlich aufwendiger. Statt Knoblauch und Oregano kommen Mozzarella und frischer Basilikum auf die Tomatensauce. Zusammen ergeben die Zutaten die italienischen Nationalfarben Rot, Weiß und Grün. Genau deshalb soll die Pizza 1889 Königin Margherita bei ihrem Besuch in Neapel angeboten worden sein.

Bei der traditionellen neapolitanischen Pizza sind Marinara und Margherita die beiden maßgeblichen Belegvarianten der geschützten Spezialität. Die Margherita gibt es dabei auch in einer Variante mit Büffelmozzarella. Eine neapolitanisch gebackene Capricciosa kann genauso gut schmecken, gehört aber nicht zu diesen traditionellen Belegvarianten.

Wie ich meine Pizza Margherita zubereite, zeige ich dir im eigenen Rezept. Und wenn du beim Einkauf der Tomaten noch unsicher bist, lohnt sich ein Blick auf meinen San-Marzano-Tomaten-Test.

Pizza Marinara mit Knoblauch und Oregano neben einer Pizza Margherita mit Mozzarella und Basilikum, dahinter die Zutaten

03 · Die bekanntesten italienischen Pizzasorten

Aus den beiden einfachen Klassikern sind im Laufe der Zeit unzählige weitere Pizzen entstanden. Manche unterscheiden sich nur durch eine zusätzliche Zutat, andere haben mit der ursprünglichen Margherita geschmacklich kaum noch etwas gemeinsam. Diese Sorten findest du auch auf vielen deutschen Speisekarten:

SorteBelag
MargheritaTomate, Mozzarella, Basilikum, Olivenöl
MarinaraTomate, Knoblauch, Oregano, Olivenöl, kein Käse
BufalinaTomate, Büffelmozzarella, Basilikum
DiavolaTomate, Mozzarella, scharfe Salami
FunghiTomate, Mozzarella, Pilze (meist Champignons)
Prosciutto e FunghiTomate, Mozzarella, Kochschinken, Champignons
CapricciosaTomate, Mozzarella, Kochschinken, Champignons, Artischocken, Oliven
Quattro Stagionidieselben Zutaten wie die Capricciosa, in vier Felder getrennt
Quattro Formaggivier Käsesorten, meist mit Gorgonzola, oft ohne Tomate
Calzonezugeklappt, gefüllt etwa mit Ricotta, Mozzarella, Salami oder Schinken

Bufalina, Diavola und Funghi

Die Pizza Bufalina ist eng mit der Margherita verwandt. Sie wird mit Tomaten, Büffelmozzarella und Basilikum belegt. Anders ist also nur der Käse: Büffelmozzarella schmeckt etwas kräftiger und bringt eine andere Konsistenz mit als der häufig verwendete Fior di Latte. Welche Mozzarellasorten sich für Pizza eignen, habe ich in meinem Mozzarella-Guide ausführlich beschrieben.

Wer es lieber scharf mag, landet bei der Pizza Diavola. Auf die Grundlage aus Tomaten und Mozzarella kommt eine scharfe Salami, in Italien meist als salame piccante bezeichnet. Bei uns steht häufig auch Pizza Diavolo auf der Karte, wobei manche Pizzerien zusätzlich Peperoni verwenden. Wie gut diese Kombination mit etwas Chili-Honig funktioniert, zeige ich in meinem Chili-Honig-Test.

Die Pizza Funghi ist ein unkomplizierter Klassiker mit Tomaten, Mozzarella und Pilzen, meistens Champignons. Kommt zusätzlich Kochschinken dazu, wird daraus die Pizza Prosciutto e Funghi. In deutschen Pizzerien steht sie häufig einfach als Schinken-Pilze auf der Karte.

Capricciosa und Quattro Stagioni: Fast derselbe Belag

Diese beiden Pizzasorten werden besonders häufig miteinander verwechselt, weil sie im Grunde mit denselben Zutaten arbeiten. Der Unterschied liegt in der Verteilung des Belags.

Auf einer klassischen Pizza Capricciosa liegen Tomaten, Mozzarella, Kochschinken, Champignons, Artischocken und Oliven, verteilt über die gesamte Pizza. Übersetzt heißt Capricciosa „die Launische“. Der Name stammt vermutlich von einem Restaurant namens La Capricciosa in Rom, passt aber trotzdem: Der genaue Belag unterscheidet sich je nach Pizzeria und Region ein wenig.

Bei der Pizza Quattro Stagioni werden die Zutaten dagegen in vier Bereiche aufgeteilt. Jedes Viertel steht für eine der vier Jahreszeiten und bekommt seinen eigenen Belag. So isst du dich einmal durch die verschiedenen Zutaten, ohne dass auf jedem Stück alles gleichzeitig liegt.

Wenn du auf einer Speisekarte beide Sorten findest und dich fragst, welche du nehmen sollst: Bei der Capricciosa bekommst du den Belag gemischt, bei der Quattro Stagioni getrennt.

Pizza Capricciosa mit gemischtem Belag neben einer Pizza Quattro Stagioni mit vier getrennten Vierteln aus Schinken, Pilzen, Artischocken und Oliven

Quattro Formaggi: Vier Käsesorten auf einer Pizza

Die Pizza Quattro Formaggi gehört bei mir persönlich zu den Sorten, bei denen ich nur schwer Nein sagen kann. Vier verschiedene Käsesorten auf einem guten Pizzateig überzeugen mich einfach.

Welche vier Käsesorten verwendet werden, ist allerdings nicht einheitlich festgelegt. Meistens sind Mozzarella und Gorgonzola dabei, ergänzt durch Parmesan und einen weiteren Käse wie Fontina oder Taleggio. Häufig kommt die Quattro Formaggi außerdem ganz ohne Tomatensauce aus.

Die Käsesorten sollten geschmacklich und beim Schmelzen zusammenpassen. Viermal irgendeinen Käse auf den Teig zu werfen, ergibt noch keine gute Quattro Formaggi. Welche Sorten sich dafür eignen, findest du in meinem Pizzakäse-Guide.

Calzone: Die zugeklappte Pizza

Die Calzone fällt aus der Reihe, weil der Teig über die Füllung geklappt und an den Rändern verschlossen wird. Je nach Region kommen Ricotta, Mozzarella, Salami oder Schinken hinein. Im Grunde ist sie eine Pizza, die ihren Belag im Inneren versteckt, und die Füllung bleibt dadurch beim Backen schön saftig.

04 · Diese Pizzasorten gehören zur deutschen Pizzeria

In Deutschland haben sich im Laufe der Zeit einige Pizzasorten etabliert, die du auf fast jeder Speisekarte findest. Manche tragen italienische Namen, andere sind eindeutig an den deutschen Geschmack angepasst worden.

SorteBelag
SalamiTomate, Käse, Salami
SchinkenTomate, Käse, Kochschinken
TonnoTomate, Käse, Thunfisch, Zwiebeln
HawaiiTomate, Käse, Kochschinken, Ananas
SpezialTomate, Käse, meist Salami, Kochschinken und Champignons

Die Pizza Salami ist dabei der Klassiker schlechthin. Tomatensauce, Käse und Salami reichen aus, um eine der beliebtesten Pizzen Deutschlands auf den Tisch zu bringen. Ähnlich unkompliziert ist die Pizza Schinken, bei der Kochschinken anstelle der Salami verwendet wird. Welche Variante geschmacklich und beim Backen welche Vorteile hat, habe ich in meinem Artikel Schinken oder Salami auf Pizza genauer betrachtet.

Die Pizza Tonno kommt normalerweise mit Thunfisch und Zwiebeln auf einer Grundlage aus Tomatensauce und Käse. Gerade in Deutschland gehört sie zu den festen Größen auf den Speisekarten und steht inzwischen auch in den Beliebtheitsumfragen weit vorne.

Bei der Pizza Spezial ist eine eindeutige Zutatenliste schwieriger. Häufig landen Salami, Kochschinken und Champignons gemeinsam auf der Pizza. Was genau eine Pizzeria unter ihrer Spezial versteht, kann sich allerdings deutlich unterscheiden, hier lohnt sich ein Blick auf die Beschreibung in der Speisekarte.

Pizza Hawaii: Der Klassiker aus Kanada

Bei der Pizza Hawaii reicht schon der Name, um eine Diskussion auszulösen. Entgegen ihrem Namen stammt sie weder aus Italien noch aus Hawaii: Die Erfindung wird Sam Panopoulos zugeschrieben, der 1962 in seinem Restaurant im kanadischen Chatham Schinken und Dosenananas auf eine Pizza gelegt haben soll. Wie du verhinderst, dass die Ananas deinen Boden durchweicht, zeige ich in meinem Rezept für Pizza Hawaii.

Die Entwicklung der deutschen Pizzeria ist damit längst nicht abgeschlossen. Mittlerweile gehören auch Varianten mit Sucuk, Gyros oder Dönerfleisch vielerorts zum festen Angebot. In einer HelloFresh-Umfrage aus dem Jahr 2023 landeten diese Varianten gemeinsam sogar auf Platz acht.

Welche weiteren Kombinationen sich zwischen Nordsee und Alpen entwickelt haben, zeige ich in meinen regionalen Pizzavariationen aus dem DACH-Raum.

05 · Welche Pizzasorte ist in Deutschland am beliebtesten?

Fragt man nach der beliebtesten Pizza Deutschlands, lautet die Antwort meistens Salami. Ganz so eindeutig sind die Zahlen allerdings nicht, denn es kommt darauf an, welche Umfrage man betrachtet und was genau untersucht wurde.

QuelleErhebungMethodeErgebnis
HelloFreshJanuar 2021Google Surveys, 1.500 Befragte, davon 1.256 gültige AntwortenSalami 35 %, nur Sachsen-Anhalt vorne mit Hawaii
HelloFresh mit AppinioAugust 2023repräsentative Online-Befragung, über 1.000 BefragteSalami 15,9 %, Tonno 10 %, Margherita 7,9 %
AppinioOktober 2024repräsentative Online-Befragung, 1.001 BefragteSalami 15 %, Tonno 13 %, Diavola 12 %, Margherita 10 %
Uber EatsFebruar 2022Auswertung der eigenen BestellungenMargherita vor Diavolo und Bufalina

Die häufig zitierten 35 Prozent für die Pizza Salami stammen aus der HelloFresh-Umfrage vom Januar 2021. Damals belegte nur in Sachsen-Anhalt die Pizza Hawaii den ersten Platz.

Zwei Jahre später sahen die Ergebnisse bereits deutlich anders aus. In den repräsentativen Befragungen von 2023 und 2024 kam die Salami nur noch auf rund 15 Prozent, mit Tonno dicht dahinter. Sie liegt also weiterhin vorne, allerdings mit einem deutlich kleineren Vorsprung, als die oft zitierten 35 Prozent vermuten lassen. HelloFresh weist selbst darauf hin, dass sich die Ergebnisse von 2021 und 2023 nur eingeschränkt vergleichen lassen, weil sich sowohl die Befragungsplattform als auch die Teilnehmenden unterschieden haben.

Warum bei Uber Eats die Margherita vorne lag

Noch einmal anders sah es bei einer Auswertung von Uber Eats im Februar 2022 aus. Hier lag die Margherita vor Diavolo und Bufalina.

Uber Eats hat die tatsächlichen Bestellungen auf der eigenen Plattform ausgewertet, bei den anderen Untersuchungen wurden Menschen nach ihren Vorlieben gefragt. Nur weil jemand Salami als Lieblingspizza nennt, muss er sie nicht bei jeder Bestellung auswählen. Manchmal wird es eben doch eine Margherita, eine Tonno oder die Quattro Formaggi, auf die man gerade Lust hat.

Wenn du irgendwo eine Statistik über die beliebtesten Pizzasorten liest, lohnt sich deshalb ein Blick auf das Erhebungsjahr, die Methode und den Auftraggeber. Gerade ältere Umfrageergebnisse werden im Netz gerne noch Jahre später weitergereicht, ohne dass erkennbar ist, wann die Zahlen tatsächlich erhoben wurden.

Aus der Appinio-Befragung von 2024 stammen noch zwei Nebenergebnisse. Für 75 Prozent der Befragten gehört Tomatensauce unbedingt auf die Pizza. Beim bevorzugten Boden lag die dünne und knusprige römische Pizza mit 36 Prozent knapp vor der neapolitanischen Variante mit 30 Prozent, beim Boden ist sich Deutschland also alles andere als einig.

06 · Pizzasorte und Pizzastil kombinieren

Jede Sorte lässt sich auf verschiedenen Teigen backen, und das Ergebnis unterscheidet sich deutlich. Die neapolitanische Pizza lebt von hoher Hitze und einem weichen, luftigen Rand. Für den normalen Backofen eignen sich die römische Pizza vom Blech und meine schnelle Blechpizza für den Familienabend. Groß und faltbar wird es mit der New York Style Pizza, deutlich mächtiger mit der Chicago Style Pizza und der Detroit Style Pizza mit ihrer knusprigen Käsekante. Wie sich Chicago und Neapel unterscheiden, steht im direkten Vergleich, und die Pinsa geht mit ihrem ovalen Fladen noch einmal eigene Wege. Die passenden Mengen für Mehl, Wasser und Hefe rechnet dir mein Pizzateig-Rechner aus.

07 · Pizzasorten aus aller Welt: Was andere Länder auf ihre Pizza legen

Sobald die Pizza Italien verlassen hat, wurde sie praktisch überall an den jeweiligen Geschmack angepasst. Dabei sind Kombinationen entstanden, die bei einem italienischen Pizzabäcker wahrscheinlich für hochgezogene Augenbrauen sorgen würden.

Drei Pizzen aus aller Welt: japanische Mayo Jaga mit Mais und Mayonnaise, australische Aussie mit Ei und eine süße brasilianische Pizza mit Schokolade und Banane

Japan: Mayonnaise, Mais und Tintenfisch

In Japan wird Pizza teilweise deutlich anders belegt, als wir es aus Italien kennen. Ein Klassiker heißt Mayo Jaga: Kartoffeln, Mais, Zwiebeln und Speck, darüber ein Gitter aus Mayonnaise. Auch große Ketten wie Pizza-La arbeiten mit Saucen auf Mayonnaise-Basis, und Meeresfrüchte wie Garnelen oder Tintenfisch gehören zu den beliebten Belägen.

Auch bei süßen Pizzen ist man dort nicht besonders zurückhaltend. Varianten mit Honig oder Schokolade werden als Dessert angeboten.

Brasilien: Schokolade, Banane und Ketchup

Brasilien hat eine ausgeprägte eigene Pizzakultur. Süße Pizzen stehen dort auf fast jeder Speisekarte, am beliebtesten ist die Brigadeiro mit Schokolade und Schokostreuseln, dazu kommen Klassiker wie Banane mit Zimt.

In Rio de Janeiro stehen in vielen Pizzerien außerdem Ketchup-Tütchen auf dem Tisch, und die Gäste geben ihn direkt über die Pizza. In São Paulo schüttelt man darüber den Kopf, manche bekannten Pizzerien dort servieren grundsätzlich keinen Ketchup.

Australien: Die Aussie mit Ei

Die australische Aussie Pizza wird typischerweise mit Tomate, Käse, Schinken, Speck und einem Ei belegt. Erfunden haben soll sie Salvatore Della Bruna, der mit Toto’s in Melbourne die erste Pizzeria Australiens eröffnete. Die großen Ketten haben sie inzwischen weitgehend von der Karte genommen, in kleineren Pizzerien gibt es sie aber noch.

Gerade das Ei ist beim Backen etwas knifflig. Das Eiweiß soll fest werden, während das Eigelb möglichst noch weich bleibt. Wie du das hinbekommst, ohne am Ende ein komplett durchgebackenes Ei auf deiner Pizza zu haben, zeige ich in meinem Artikel Ei auf der Pizza.

Polen: Capricciosa und Knoblauchsauce

In Polen gehört die Capricciosa zu den besonders beliebten Pizzasorten. Laut einer Auswertung des Lieferdienstes PizzaPortal.pl aus dem Jahr 2020 war sie dort sogar die meistbestellte Pizza.

Auch beim Dip haben die Polen eine klare Vorliebe: 68 Prozent griffen zur Knoblauchsauce, Tomatensauce kam mit 14 Prozent auf Platz zwei.

Neuseeland: Pizza mit Dosenspaghetti

Eine der ungewöhnlichsten Kombinationen kommt aus Neuseeland. Dort veröffentlichte der damalige Premierminister Bill English im April 2017 auf Facebook Fotos seiner selbst gemachten Pizzen, belegt mit Schinken, Ananas und Spaghetti aus der Dose.

Die Bilder gingen um die Welt und sorgten für reichlich Diskussionen, obwohl die Kombination in Neuseeland als Familienessen aus den 1980ern gilt. Zwei Jahre später hatte Domino’s in Neuseeland für kurze Zeit eine Hawaiian Spaghetti Pizza im Angebot.

Man muss nicht jede Idee nachbacken, um sie interessant zu finden.

08 · Papas Lieblingssorten: Diese drei kommen bei mir besonders gerne auf den Tisch

Natürlich habe auch ich meine Favoriten. Und obwohl ich grundsätzlich gerne neue Kombinationen ausprobiere, gibt es drei Pizzasorten, bei denen ich immer wieder lande. Ich mag sie aus völlig unterschiedlichen Gründen.

Quattro Formaggi

Bei der Quattro Formaggi ist es für mich vor allem der kräftige Geschmack des Käses. Besonders Gorgonzola hat es mir angetan, weil er beim Backen seinen Charakter verändert und zusammen mit den anderen Käsesorten eine richtig schöne Kombination ergibt. Falls du dir dein eigenes Käsequartett zusammenstellen möchtest, findest du die passenden Kandidaten in meinem Pizzakäse-Guide.

Rucola mit Prosciutto crudo

Bei dieser Pizza gefällt mir besonders die Kombination aus warmem Teig und frischen Zutaten. Die Grundlage aus Tomaten und Mozzarella wird ganz normal gebacken. Erst danach kommen Rucola und Prosciutto crudo darauf.

Das ist mir wichtig, weil der Rucola so schön frisch bleibt und der Schinken nicht im Ofen austrocknet. Ein paar Späne Parmesan darüber, und die Pizza ist für mich fertig.

Scharfe Salami mit Chili-Honig

Diese Kombination ist geschmacklich wahrscheinlich die auffälligste meiner drei Favoriten. Die scharfe Salami bringt ordentlich Würze mit, während der Chili-Honig für eine leichte Süße und zusätzliche Schärfe sorgt.

Den Honig gebe ich grundsätzlich erst nach dem Backen auf die fertige Pizza. So bleibt sein Geschmack besser erhalten, und ich kann die Menge genau dosieren. Welcher Chili-Honig sich dafür eignet und welche Unterschiede ich beim Probieren festgestellt habe, findest du in meinem Chili-Honig-Test.

Wenn du noch weitere Ideen für deinen nächsten Pizzaabend suchst, schau dir auch Papas Top 10 Pizzabeläge an. Dort geht es weniger um fertige Pizzasorten und mehr um einzelne Zutaten, die sich besonders gut miteinander kombinieren lassen.

Drei Pizzen: Quattro Formaggi mit Gorgonzola, Pizza mit Rucola und Prosciutto crudo, scharfe Salami, auf die Chili-Honig geträufelt wird

09 · Das Wichtigste zu den Pizzasorten in Kürze

  • Eine Pizzasorte beschreibt den Belag, während der Pizzastil festlegt, wie Teig, Form und Backweise aussehen.
  • Marinara und Margherita sind die beiden traditionellen Klassiker aus Neapel und bilden die Grundlage der geschützten Spezialität Pizza Napoletana.
  • Capricciosa und Quattro Stagioni verwenden weitgehend dieselben Zutaten. Bei der Capricciosa werden sie gemischt, bei der Quattro Stagioni auf vier Bereiche verteilt.
  • Salami, Tonno, Schinken, Hawaii und Spezial gehören zu den festen Größen der deutschen Pizzeria. Die Pizza Hawaii stammt ursprünglich aus Kanada.
  • In den betrachteten deutschen Beliebtheitsumfragen liegt die Pizza Salami vorne. Die repräsentativen Befragungen von 2023 und 2024 sehen sie bei ungefähr 15 Prozent. Die häufig genannten 35 Prozent stammen dagegen aus dem Jahr 2021.
  • Bei einer Auswertung der Uber-Eats-Bestellungen aus dem Jahr 2022 lag die Margherita vorne. Lieblingspizza und meistbestellte Pizza müssen also nicht unbedingt identisch sein.

10 · Häufig gestellte Fragen zu Pizzasorten

Wie viele Pizzasorten gibt es?
Eine feste Anzahl gibt es nicht, weil Pizzerien ständig neue Kombinationen entwickeln und bekannte Klassiker unterschiedlich interpretieren. Den Kern bilden ungefähr ein Dutzend Sorten, darunter Margherita, Marinara, Salami, Funghi, Tonno, Capricciosa, Quattro Stagioni, Quattro Formaggi und Hawaii. Viele weitere Namen auf den Speisekarten sind im Grunde Abwandlungen dieser Klassiker mit zusätzlichen oder ausgetauschten Zutaten.

Welche Pizzasorte ist in Deutschland am beliebtesten?
In den betrachteten deutschen Beliebtheitsumfragen liegt die Pizza Salami vorne. Die repräsentativen Befragungen von 2023 und 2024 kommen auf ungefähr 15 Prozent, dicht gefolgt von der Pizza Tonno. Bei einer Auswertung der tatsächlichen Uber-Eats-Bestellungen aus dem Jahr 2022 belegte dagegen die Margherita den ersten Platz. Es kommt also darauf an, ob nach der Lieblingspizza gefragt oder das tatsächliche Bestellverhalten untersucht wird.

Welche Pizzasorten sind original italienisch?
Zu den ältesten italienischen Klassikern gehören Marinara und Margherita aus Neapel. Weitere bekannte Sorten sind Diavola, Capricciosa, Quattro Stagioni, Quattro Formaggi, Prosciutto e Funghi und die zugeklappte Calzone. Pizza Hawaii, Pizza Spezial und Varianten mit Dönerfleisch gehören dagegen nicht zu den traditionellen italienischen Pizzasorten.

Ist Pizza Hawaii italienisch?
Nein. Die Erfindung der Pizza Hawaii wird Sam Panopoulos zugeschrieben, der 1962 in seinem Restaurant im kanadischen Chatham Ananas und Kochschinken auf einer Pizza kombinierte. Mit Hawaii hat die Pizza außer ihrem Namen wenig gemeinsam. Der Name soll auf die verwendete Ananasdose zurückgehen.

Was ist der Unterschied zwischen Pizzasorte und Pizzastil?
Die Pizzasorte beschreibt, welche Zutaten auf der Pizza liegen. Margherita, Salami und Quattro Formaggi sind beispielsweise Pizzasorten. Der Pizzastil beschreibt dagegen den Teig, die Form und die Backweise. Dazu gehören unter anderem die neapolitanische Pizza, die römische Pizza und die New York Style Pizza. Du kannst deshalb dieselbe Pizzasorte in verschiedenen Stilen backen und bekommst trotzdem jeweils ein anderes Ergebnis.

11 · Fazit: Die richtige Pizzasorte ist Geschmackssache

Wenn du Marinara und Margherita kennst und dazu die wichtigsten Klassiker wie Capricciosa, Quattro Stagioni, Diavola und Quattro Formaggi einordnen kannst, weißt du bei den meisten Pizzerien schon ziemlich genau, was auf deinem Teller landen wird.

Welche davon die beste ist, lässt sich natürlich nicht pauschal beantworten. In Deutschland liegt die Salami bei den betrachteten Beliebtheitsumfragen vorne, beim Bestellen spielt auch die Margherita eine wichtige Rolle. Bei mir persönlich darf es gerne eine Quattro Formaggi sein, an anderen Tagen habe ich mehr Lust auf eine scharfe Salami mit etwas Chili-Honig.

Wenn du eine der klassischen Pizzasorten selbst backen möchtest und noch keinen Teig hast, auf den du dich verlassen kannst, findest du mit meinem Pizzateig für Anfänger einen unkomplizierten Einstieg.

Und falls du keine neuen Rezepte verpassen möchtest, kannst du dich für meinen Pizza-Post anmelden. Dort erfährst du, wenn es bei Papa liebt Pizza wieder etwas Neues aus dem Ofen gibt.

Quellen


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